Course

Kommen wir zum letzten Beitrag, dem Begriff „Course“. Auch wenn dies auf den ersten Blick einfach scheint… auch hier scheiden sich wieder die Geister. Was auf den ersten Blick so einfach scheint, es Kurs zu nennen, ist auf den zweiten Blick so weitaus vielfältiger als es erst scheint.

Zum Diskurs des Begriffes „Course“:
Course, Konferenz, Frontalunterricht, Community?

Interessant ist in diesem Zusammenhang einmal die Begrifflichkeiten wie Kurs, Community oder Konferenz zu betrachten. Während die xMOOCs (zur Begriffsklärung s. die Kategorien) eher Frontalunterricht online durchführen, so können wir die cMOOCs eher im Bereich der seminaristischen Formen ansiedeln. So habe ich beispielsweise die beiden cMOOCs OPCO11 auf den OPCO12 oftmals fast wie eine normadisierende Gruppe erlebt, die sich wöchentlich oder zweiwöchentlich von Thema zu Thema hangelt. Joachim Wedekind wies mich einmal darauf hin, dass ich es oft auch wie eine Community betrachte, die sich in einzelne Themen vertieft. Der Unterschied zum sozialen Netzwerk, zur Sozialen Online Community ist dann durch die zeitliche Begrenzung der Dauer der MOOCs gegeben (auch wenn sie weiter im Netz stehen, so endet doch der Input, ggf die Betreuung usw.). Joachim Wedekind schlug hierzu auch den Begriff COOL vor, der für „Cooperative Open Online Learning“ steht. In diesem Begriff ist auf jeden Fall der Aspekt des Lernens dabei, wobei ich auch oftmals den informellen Austausch und das „Conferencing“ realisiert sehe. Ich selbst habe mich dabei schon oft gefragt, ob es sich hier nicht auch im eine Art Virtuelle Konferenz handelt, wie wir sie sogar schon ab 1999 unter diesem Begriff, damals noch mit Hilfe von online Diskussionsforen, durchgeführt haben.

Die grosse Frage ist also: Was macht den Massive Open Online Kurs zum Kurs?“ Muss Lernen Bestandteil sein, welche Art, handelt es sich um informelles, formelles Lernen… vielleicht helfen uns in einem ersten Schritt die Kategorien weiter… später können wir dies sicher rund um die Didaktik vertiefen. Mir scheint hier die Zielsetzung des Kurses und die Verbindlichkeit und Genauigkeit der Definition der Lernziele ganz entscheidend? Ich halte dies für eine der spannensten Fragen überhaupt… so frage ich mich z.B. auch, ob es sich beim Funkkolleg Medien tatsächlich um einen MOOC handelt oder eher um eine online Begleitung einer Sendereihe?

s. dazu auch den Text von Stephen Downes The ‚Course‘ in MOOC und meinen Beitrag „Was macht den MOOC zum MOOC?“

Während die amerikanischen Hochschulen und Anbieter wie Coursera, EdX und Udacity usw. vor allem einen online Frontalunterricht leisten und die Teilnehmenden sich in Foren bei der Lösung von Fragen und Quizzes gegenseitig helfen (s. dazu auch den Vortrag von Prof. Rolf Schulmeister auf der Campus Innovation 2012 in Hamburg), dort dagegen wenig Betreuung stattfindet, so stellen die so genannten die so genannten cMOOCs eher seminaristische Veranstaltungsformen dar, wo die Teilnehmenden in den Diskurs miteinander gehen. Dies leitet uns in die Kategorisierung von MOOCs über.

-> weiter zum Thema „Kategorien“

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8 Gedanken zu „Course

  1. Die Frage, ob der FKMedien jetzt ein MOOC ist oder doch eher ein Fernlehrgang ähnlich meinem Fernstudium an der FernUniversität in Hagen, stellte sich mir heute auch schon. Prinzipiell wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen es als (M)OOC überhaupt zu verbuchen. Die Gedanken dazu dann bald auf meinem Blog, muss noch etwas sortieren.

    • Hallo Eva, vielen Dank für den Kommentar, der mir nochmals eine neue Sicht gab, denn: ich dachte bisher, bei FK-Medien handelt sich wie er sich bisher entwickelt hat auf keinen Fall um einen Fernlehrgang ähnlich einem Fernstudium, sondern vielmehr eher um eine online Begleitung einer Sendereihe, also nochmals etwas ganz anderes… auch wenn es als MOOC intendiert war… (aber für dieses Urteil ist es ggf zu früh?) und vielleicht kann man ais solchen Beobachtungen ja auch genau daraus anfangen abzuleiten, was den einen MOOC zu einem MOOC macht? Das sind ja die Fragen, die ich – auch mir – stelle 😉

      … dass es Lernziele gibt, aber die gibt es bei den cMOOCs ja eben auch wieder nicht?
      … dass eine bestimmte Anzahl an Teilnehmenden mitmacht?

      Ich finde es auch spannend, dass nicht alles was mal als MOOC intendiert auch zu einem wird. Die Frage, die ich mir gerade auch in Twitter gestellt habe, ist daher auch: Wieso nennen manche Anbieter ihren Kurs einen MOOC, der ja noch gar nicht so viele Teilnehmende hat. Ich frage mich in letzter Zeit sowieso oft, wieso wir die MOOCs nicht einfach nur Online Kurse nennen, wie wir sie schon lange konzeptionell angedacht haben. Aber scheinbar hat sich der Begriff MOOC als Label etabliert, was eine gewisse Aufmerksamkeit erzeigt und Atrraktivität zu haben schein als Wording und wird daher gern benutzt.

      Meine Frage, wann ist ein MOOC ein MOOC war daher absolut nicht rein rhetorisch gemeint, sondern die stelle ich mir zur Zeit wirklich öfter.

      • Ich habe im Vorfeld weder an einem MOOC noch an sonst einem Onlinekurs teilgenommen und der FK Medien ist ja noch nicht abgeschlossen.
        Aber ja, durchaus könnte es auch eine Onlinebegleitung einer Sendereihe (Podcast?).
        MOOC als Markenbegriff? Es fasziniert vielleicht einige, dass es viele Teilnehmer sind und man erhofft sich vielleicht etwas anders als TN als bei OOC? Kann ich aber so nicht beurteilen, dafür bedürfte es vermutlich Erhebungen.

      • Hallo Eva,

        erst einmal: ich finde es absolut prima, dass Du ohne MOOC Erfahrungen hier teilnimmst und Dich einbringst! Denn: ich habe gerade heute abend eine „Hintergrundmail“ an das MMC13-Veranstalterteam geschickt, wo ich nochmals gefragt habe, an wen genau sich der MOO eigentlich richtet, ob wir Personen ohne Vorerfahrungen eigentlich genug abholen und hatte die Sorge, dass die, mit viel Vorerfahrungen, hier zu schnell auf einem Level losdiskutiere, für das anderen die eigenen Vorerfahrungen fehlen. Meine Sorge war, dass MOOC-Unerfahrene dass vielleicht abschreckt, sie keine Anschlussmöglichkeiten für einen eigenen Beitrag finden und dann eher „lurken“ – wobei Lurken auch absolut wert voll ist, dies erst mal nur als Vorbemerkung.

        Zu Deinem Beitrag: ja, ich denke auch, dass MOOC als Markenbegriff zur Zeit gerne rangezogen wird und damit Teilnehmer zieht…. die Frage ist nun, ob das Label MOOC eine bestimmte Erwartungshaltung mit sich zieht. Das wäre vielleicht eine schöne Frage: was erwarte ich, wenn ich den Begriff MOOC lese? Erwarte ich z.B. Betreuung usw.? Die Feedbacks der letzten beiden Tage haben mir viel geholfen, das Profil vom MOOCs nochmals für ich zu schärfen. Vielen Dank an alle dafür! Ich werde hoffentl9ch die Zeit finden, das morgen nochmals zusammenzufassen, bevor es für die MOOC13-Teilnehmer in das Live-Ebent geht. Gruss Claudia

  2. Zur Frage, ob es Newbies abschreckt?
    Mich nicht, aber teilweise bin tatsächlich leicht überfordert. Aber ernsthaft: die Informationen im Vorfeld auf der howtomooc.org Seite waren ausführlich, wenn man sie denn liest (hab ich zB nicht alles). Als ich sah, welche Netzwerke alle miteinbezogen sind, war schon die Frage:Muss ich auf allen aktiv sein? Entschieden habe ich mich dagegen. Ich bin Twitterneuling und das ist schon recht unübersichtlich, ist es aber wohl so oder so.
    Die Veranstalter bemühen sich um eine umfassende Darstellung, welche Informationen zusammenkommen. Und dann ist es wohl eine Typfrage. Ich frage halte sehr gerne nach, wenn ich etwas nicht verstehe, versuche mir einen Überblick zu verschaffen und setze manchmal Kommentare ab, die wohl nicht wirklich qualifiziert sind.
    Aber man lernt dazu, auch schon in den ersten Tagen. Da es aber ein Meta-MOOC ist, ist es vielleicht noch einmal eine andere SItuation. Tausende teils leicht variierende Definitionen machen das Leben eines Neulings nicht einfacher, aber man lernt zu Selektieren und zu gewichten, vielleicht etwas, was ein Teilnehmer mitbringen muss.

    Motiviert auch Neulinge, die haben vielleicht noch einmal eine andere Sichtweise.

    • Danke für den so offenen und ehrlichen Beitrag! Ganz spannend ist in diesem Hinblick ein Beitrag von Stephen Downes von gestern: dass gerade in sehr grossen MOOCs mit vielen Teilnehmenden am Ende nur wenige aktiv sind, da sich ein Inner Circle rausbildet, dessen aktive Teilnahme die anderen abschreckt:

      „The big danger, to my mind, in a large online course is that through strong group-formation activities, it can become a small online course. This happens when a central clique or insider group is formed, or where you have inner circles and outer circles. The inner circle, for example, might expect and demand preferential access to and individual attention from the course facilitators.“

      s. Stephen Downes: What Makes a MOOC Massive?

      • Dann stellt sic die Frage, ob ich dieses als Veranstalter möchte oder wie ich es verhindern kann. Prinzipiell müsste man dann vermutlich die Motivationsforschung hinzunehmen, um herauszufinden aus welchem Grund sich innere Zirkel bilden und was die TN verleitet sich hineinzuklicken oder eben auch aus.
        Plump gesagt: Wie halte ich die TN bei der Stange?
        Wenn ich mir die Bloggerszene des „alltagsbloggens“ anschaue, dann bemerkt man, dass es da aufs Kommentieren und Antworten ankommt und der gegenseitige Respekt, auch wenn es der fünfte Kommentare mit ähnlicher Inhalt ist. Aber ist das leistbar in einem MOOC über z. B. jetzt 5 Wochen präsent zu sein und mitzuarbeiten?
        Und da bin ich wieder bei meiner Ausgangsthematik: was muss ich als TN mitbringen, um am MOOC erfolgreich mitzuwirken und etwas inhaltliches zu Lernen?

  3. Zur Erwartungshaltung:
    Eine Erwartung kann ich erst einmal nur haben, wenn ich schon Informationen gesammelt oder ich Vorerfahrungen habe.
    Mir stellt sich eher die Frage, ob MOOC (welche auch immer, die Unterschiede habe ich jetzt noch nicht verstanden) nur bestimmte Zielgruppen ansprechen und vielleicht auch nur bestimmte Themen abdecken können. Den das gehört für mich aus betriebswirtschaftlicher Sicht immer zu einer Definition und Vermarktung eines Produktes (hier MOOC) dazu.
    Erst wenn ich weiß, was ist das, wo zu eignet es sich und wen kann ich damit ansprechen, kann ich das Produkt einsetzen und für mich nutzen und weiterentwickeln.
    Ich bin weiter sehr gespannt.

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