Open

Gerade bei diesem Begriffsteil lohnt sich der zweite Blick: Was eben noch so offen scheint, ist auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so offen und sicher werden wir im Rahmen der dritten („Gib mir ein O: Wie open sind MOOCs wirklich?“) und vierten Woche („Geschäftsmodelle für Open Courses“) einen tieferen Blick hierzu vornehmen. In erster Linie sind MOOCs offen oder scheinen sie zu sein. Aber was genau heißt offen in diesem Kontext?

  • Offenheit im Sinne von Zulassung
    Eine Form der Offenheit bezieht sich auf die Teilnahme und damit verbundene Zulassungsbegrenzungen, d.h. wer darf daran teilnehmen? Dies ist eine Offenheit, wie sie auch die Open University für ihre Namensdeklaration nutzt, nämlich, dass es keine Beschränkung gibt, wer überhaupt mitmachen darf wie z.B. eine Hochschulabschluss oder andere Teilnehmervoraussetzungen.
     
    Bei den MOOCs ist quasi Teilnahmevoraussetzung eine bestimmte Medienkompetenz, Internetzugang, in manchen Fällen eine Anmeldung und im Fall des Erwerbs von Credits oder der Teilnahme an Klausuren weitere Bedingungen wie Zulassung, Zugehörigkeit zu einer Institution usw. So konnten beispielsweise bei den beiden OPCOs (Open Online Courses) die wir durchgeführt haben, nur die Studierenden Credits erwerben, die an einer der kooperierenden Hochschulen eingeschrieben waren. Alle anderen Teilnehmenden konnten zwar teilnehmen, auch eine Bestätigung erhalten, aber eben keine Credits (s. dazu den Exkurs zu „MOOCs und Credits für Studierende in Deutschland“)
     
  • Offenheit im Sinne von Zugang und Open Content
    Eine zweite Ausprägung der Offenheit betrifft den Zugriff auf Inhalte und ist in diesem Sinne in Kontext der „Open Educational Ressources“ (OER) zu verstehen. D.h. die in einem MOOC bereitgestellten Materialien sind frei im Netz, die dort entstehenden Materialien sind frei verfügbar usw. Auch hier gibt es unterschiedliche Abstufungen. In manchen MOOCs sind alle Inhalte frei verfügbar, in manchen kann man auf die Inhalte nur nach Anmeldung zugreifen, in anderen sind die vom Veranstalter bereitgestellten Inhalte frei verfügbar, aber die Beiträge der Teilnehmenden z.B. in Foren nur nach Anmeldung zugreifbar usw..
     
    D.h. für alle MOOC-Maker sich her ein entsprechendes Zugriffskonzept zu überlegen, ob alles frei im Netz ist oder on es Zugriffsbegrenzungen gibt, da man z.B. wissen möchte, wer mitmacht, Personen die z.B. unflätige Bemerkungen hinterlassen ausschließen möchte, den Zugriff auf Materialien begrenzen möchte usw..
     
    In den MOOCs, die z.B. wir bisher durchgeführt haben (OPCO 11 und OPCO12), waren alle Materialien frei verfügbar, vor allem auch die Beiträge die Teilnehmenden, die diese ja frei im Netz z.B. auf deren Blogseiten usw. entstanden und damit gar nicht begrenzbar waren. In den amerikanischen MOOCs von Udacity und Coursera usw. ist oftmals der Zugriff auf die kursinternen Foren nur für angemeldete Teilnehmenden möglich, wie auch der Zugriff auf die Kursinhalte – wenn auch kostenfrei – so nur nach Anmeldung und oftmals auch nur während der Kursdauer. D.h. auch hier bedeutet Anmeldung nicht immer gleich die Erhebung von Gebühren, so dass die Themenwoche 4, Geschäftsmodelle des #MMC13 sicher einige spannende Einblicke geben wird.

-> weiter zum Begriffsteil „Online“

3 Gedanken zu „Open

  1. Pingback: Give me an “o”? No! | das e-Teaching Büro

  2. Eventuell fehlt hier noch „Open“ im Sinne der freien Wahl der Kommunikationsmedien. Der mmc13 war hier zumindest sehr durchlässig. Man kann das sicher einschränken, aber ich bin mir unsicher, ob das so sinnvoll ist.

    • Hallo Anja, danke für den Hinweis, ja das ist gut., Allerdings ist die Medienwahl ja auch in einem xMOOC frei, d.h. die Teilnehmenden können alle Medien nutzen, die sie wollen, um sich zu vernetzen und auszutauschen. D.h. in dem Sinne wären als MOOCs ja offen, da kein Veranstalter Teilnehmenden verbieten kann, sich irgendwie begleitend zum MOOC in Medien ihrer Wahl auszutauschen.

      Ich denke, der Unterschied ist dann eher, ob z.B. Leistungen die z.B. in einem sozialen Netzwerk erbracht werden,im Rahmen eines MOOCs anerkannt werden, wie wir es z.B. im OPCO12 gemacht haben. Problem ist dann nur für die Veranstalter, dies alles zu finden (das ist ja nur relevant, wenn es eine Form von Leistungsnachweis und Zertifikat/Bescheinigung gibt, sonst ist es egal). Im Rahmen des OPCO12 haben wir das über die online Bagdes gelöst. Dass bei 100.000 Teilnehmenden eines xMOOC der Veranstalter effiziente Lösungen für die Betreuung und Teilnahme braucht, verstehe ich jedoch… nichtsdestotrotz ist die Wahl jeden anderen Tools ja für die Teilnehmenden nicht ausgechlossen, oder? Für mich wäre das daher eher eine Frage des didaktischen Designs und daraus abgeleitet der Medienwahl, vielleicht auch der („politischen“) Überzeugung des Veranstalters z.B. nur frei verfügbare Tools statt kommerzielle zu nutzen…. hier kann sich naürlich der Aspekt der Offenheit niederschlagen, indem Teilnehmenden nur an den Content kommen, der z.B. in einem sozialen Netzwerk zu finden sind, indem sie sich dort anmelden. Das wäre genauso begrenzend wie die Durchführung des Kurses auf einem Portal, wo man sich anmelden muss. Ich denke, man muss da nur Unterscheiden, zwischen

      – Tools, die der Veranstalter für die Bereitstellung und Durchführung seiner Angebote (Content, Mitteilungen wie auch Betreuung z.B. Foren) nutzt,wie auch für die Leistungserbringung (z.B. Quizzes, Tools für peer review-Verfahren) und

      – Tools, die bereitgestellt werden für die Kommunikation der Teilnehmenden untereinander – wobei die hier natürlich auf alle andere Tools, Umgebungen ausweichen können, und das passiert ja auch bei xMOOCs, auch da entstehen Gruppen in facebook usw. zu dem Kurs.

      Daher denke ich, jeder MOOC hat in dem letzten Punkt Durchlässigkeit, das ist nicht zu verhindern (zum Glück ;-)). Der Unterschied liegt vielleicht eher im ersten Punkt und auch im Übergang zwischen den beiden: Betreut beispielsweise der Veranstalter auch in Medien die ausserhalb der von ihm eingerichteten Kursumgebung ist? Ich habe z.B. rund um den OPCO11 und 12 durchaus in den Blogs der Teilnehmenden Fragen beantwortet usw.. … die Frage ist da eher, ob man das will und ob das gut ist. Wie man sich auch als Veranstalter nicht in die Cafeteria zu den Studierenden an der Uni setzt, sondern die auch mal ungestört arbeiten lässt, ist es ggf auch mal wichtig, die Teilnehmenden „ungestört“ in ihren sozialen Netzwerken diskutieren zu lassen… aber hier bin ich schon wieder bei der Frage der Betreuung und des Kursdesigns/-konzeptes. Dörte Giebel hat mal so eine Frage im Rahmen des mmc13 gestellt, als sie gerne irgendwie mitdiskutieren wollte und sich fragte „darf ich das überhaupt?“ … daraus entspann sich eine spannende Diskussion rund um die Veranstalterrolle und ob man die kenntlich machen sollte (s. hier).

      Das betrifft jetzt alles viel mehr die Frage, die Du heute abend auch in Twitter gestellt hast: Was ist die Rolle der Veranstalter usw. s. dazu auch den Link hier (das ist der, den ich dir auch getwitter hatte). Den Punkt hatte ich auch mal im OPCO11, als ich mich fragte, ob ich auch mal rein inhaltlich, mit meiner Meinung, bloggen darf und damit die Moderatorenrolle plötzlich verlasse. Ein Fazit der Diskussion hier war ein wenig, dass man den Rollenwechsel dann deutlch machen sollte, dass anders als in Präsenzveranstaltungen, das sonst oft nicht erkennbar ist. Zugleich glaube ich, dass man als Veranstalter auch immer als mensch authentisch bleiben sollte. … nur kann man mit zuviel Aktivität in den „Räumen“ der Teilnehmenden, diese natürlich auch einschüchtern… da gilt es dann, geschickt die Balace zu halten 😉

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