How to MOOC II – Sequenzierung in der Betreuung

Die Entscheidung über die Sequenzierung der Inhalte und des Kursverlaufs stellt sich für die Veranstalter an verschiedenen Punkten: einmal bei der Kursplanung und dann nochmals im Laufe der Kursdurchführung und Kursbetreuung.

Eigene Beiräge
Bei der Kursbetreuung haben die Veranstalter bzw. Moderatoren z.B. zu entscheiden, ob sie in der 4. Woche noch einen Beitrag zum ersten Wochenthema posten oder nicht. Und wenn ja: WO?

Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich das erste Mal im OPCO11 plötzlich was zu ersten Woche schreiben wollte, die schon lange vorbei war. Und dann die Frage: Wohin damit und in welcher Form?

  • Als Post im Hauptblog (wenn es einen solchen gibt) oder Hauptort, in welchem Medium auch immer der realisiert ist, nur wo es auf jeden Fall für alle sichtbar ist und alle sicher hinschauen, da es ja die Veranstalter/Veranstaltungsseite ist?
  • dort als Kommentar irgendwo z.B. auf der Themenseite, wo es vielleicht keiner entdeckt?
  • Oder eher an einen dezentralen Ort z.B. als Kommentar im Blog eines Teilnehmenden oder im eigenen zusätzlichen Blog.

Die beiden letzten Formen sind sicher unproblematisch, die erste kann für die Teilnehmenden irritierend sein, wenn immer wieder Inputs zu einem Thema kommen, das eigentlich schon „vorbei“ ist und kann den Teilnehmenden einfach noch mehr Orientierungskompetenz abverlangen, als ein cMOOC sowieso schon braucht.

Das kommt natürlich auch darauf an, welche Medien eingesetzt werden, d.h. ob es einen überhaupt einen Hauptort wie z.B. einen Blog überhaupt gibt und wenn es diesen gibt, mit welchem Medium er realisiert wird und auch welche Rolle er spielt.

(Im MMC13 würde ein Hauptblog, der alle Teilnehmerbeiträge einsammelt sicher – wie jemand schon vermerkte – den zentralen Blog optisch sprengen 😉 – zudem entstehen hier viele Beiträge in anderen Medien wie Google+ und sind zudem eher auch diskursiv wie z.B. die Diskussionen in Google+ (s. z.B. die Diskussion in Google+ zu MOOCs im betrieblichen Umfeld, die Ludwig Höfer eröffnet hatte.)

Es spielt dabei auch eine Rolle, ob die Veranstalter z.B. zusätzlich in ihren eigenen Blogs schreiben und so ihren Rollenwechsel deutlich machen wie z.B. im MMC13 (s. z.B. Dörtes Blogpost zu Twitter und Heinz’s Reflexionen zu HangOuts), s. dazu auch aus der Diskussion in Twitter am 28.1.13 abends:

Rollenwechsel

Betreuung
Auch in der Betreuung unterstützt der Veranstalter die sequenzierte Struktur – oder eben nicht. Er entscheidet darüber, ob er Personen, die in Woche 4 Fragen zu Woche 1 stellen, nochmals intensiv betreut oder sie eher nur auf Links der ersten Woche verweist, oder ob er sie gar nicht betreut und darauf hofft, dass andere Teilnehmende dies tun und wenn nicht, es auch für ihn ok ist.. Er signalisiert auch durch sein Verhalten, ob er Beiträge zu allen Themen unterstützt oder durch die Moderation eher die sequentielle Fokussierung auf die einzelnen Themenwochen vornimmt z.B. indem er z.B. Beiträge aus alten Themenwochen in Twitter oder woanders nochmals hervorhebt oder dies – egal wie gut sie sind – eher unterlässt, da er die Fokussierung auf das aktuelle Thema präferiert .

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3 Gedanken zu „How to MOOC II – Sequenzierung in der Betreuung

  1. Liebe Claudia, ganz ins Unreine geschrieben: Eine der interessantesten sozalwissenschaftlichen Methodiken ist für mich die Konversationsanalyse (als Teil oder Sprössling der Ethnomethodologie, von H. Sacks und anderen entwickelt). In ihr spielt die Sequenzierung eine entscheidende Rolle: Wer kann wann was sagen, wie folgen die einzelnen Turns aufeinander, ist die Aufeinanderfolge instittutionell geregelt (Institutionen bestehen in solchen Regelungen) oder nicht? (Sorry, wenn ich da etwas erkläre, das du kennst …) Ich glaube, dass man MOOCs und überhaupt Formen der Online-Kommunikation sehr gut ausgehend von den Sequenzierungen, also der geregelten oder nicht geregelten Aufeinanderfolge der Turns, beschreiben kann – ein Beispiel könnte die Organisation der Twitter-Timeline sein. Deshalb finde ich deine Überlegung sehr sehr interessant. Ich habe schon versucht, in meinen ersten Posts zum #mmc13 die zeitliche Organisation anzusprechen. Ausgehend von deinem Ansatz hier lässt sich das vielleicht konkretisieren. Spannend!

    • Spannend, ja! Danke! Nein, ich kannte das nicht, daher tausend Dank, dass Du das einbringst. Du kommst für mich fachlich auf einer etwas anderen Ecke, daher bringst Du für mich immer wieder ganz wichtige neue Perspektiven, Punkte ein, die für mich neu und wichtig sind, Danke! So lerne ich am liebsten 😉 (ich schaue z.B. zur Zeit fasziniert auf Soziologien und ihre Netzwerkanalysen, daher gefiel mir ja der Tagsxplorer auch so und ich wollte (will immer nich) wissen, wie sich die Daten ergeben, d.h. wie rechnet er den Conversationalist aus, nach Retweets, Nennungen, Bezüge, die man selbst macht?

      Das mit dem Lernen von Personen aus anderen Disziplinen und auch was Du an für mich neuen Perspektiben hier einbringst, meinte ich kürzlich übrigens in unserer Rolle-der-Veranstalter-Debatte in Twitter abends: the strength of weak ties (Granovetter 1973), was ja inwzischen auf soziale Netzwerke angewandt wird. o ist es für mich oft ganz wichtig, wenn ich eine Hypothese habe, mit jemandem der einen anderen Blick drauf hat dies zu besprechen, um eine neue, andere, zusätzliche, kritische Perspektive dauf zu bekommen… so ging es m ir z.B. auch mit der Auswertung der OPCO12 mit Jochen Robes und Joachim Wedekind, die beide meine Analysten (=Hyptothesen) nochmals erweiterten, veränderten, so dass wir Forschungsfragen an unsere Datensätze (z.B. Twitter) entwickeln konnten. Daher: Danke!!

  2. Pingback: Ups, schon vorbei? Der #mmc13 und die Zeit-Frageanerkennung-sozial.de - Anerkennungskultur und Soziale Arbeit

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