xMOOCs

xMOOCs entsprechen einer Art „online Frontalunterricht“, haben oft klare Lernziele und oftmals kann ein Zertifikat erworben werden konnte (Reich 2012).

Das X steht für Extension: Harvard hat der Online Versionen seiner Kurse einfach ein x ans Ende der Nummer dazu gegeben (z.B. CS50x: “Introduction to Computer Science,” and PH207x: “Health in Numbers: Quantitative Methods in Clinical & Public Heath Research”). HarvardX ist heute Harvard’s Teil der edX Plattform. Als eDx gegründet wurde, wurde das x übernommen, ebenso aus MITx für die online Kurse von MIT, welches neben der UC Berkeley und anderen Hochschulen an edX beteiligt (Quelle).

Weitere aktuell größere Anbieter sind Udacity und Coursera, die alle vor allem Kurse amerikanischer Hochschulen „vermarkten“. Zwar sind die Kurse kostenfrei, die Anbieter entwickeln jedoch Geschäftsmodelle rund um die xMOOCs wie z.B. das Vermarkten guter Absolventen an Unternehmen (Kolowich 2012).

In xMOOCs stellen die Veranstalter meist wöchentliche Inputs durch einen Hochschullehrenden bereit, der dies in Form eines Vortrags oder einer Vorführung hält und dazu werden Aufgaben gestellt, die die Lernenden bearbeiten.


Abb.: Ausschnitt aus dem Kurs “Statistik One″ von Andrew Corway, Princeton auf Coursera. Quelle: Vortrag von Prof. Schulmeister “Undercover in MOOCs” auf der CampusInnovation 2012

Inzwischen stehen auch erste deutschsprachige xMOOCs wie z.B. durch IMC und das Hasso Plattner Instiut (openHPI).

Aufgrund der oftmals sehr großen Teilnehmerzahl wie z.B. der über 10.000 angemeldeten Teilnehmenden im Informatik-Kurs des Hasso Plattner Institutes (openHPI) oder den je nach Quelle 160.000 bis 225.000 Teilnehmenden des Stanford MOOCs zu Künstlicher Intelligenz können diese Kursen, da sie ja auch kostenfrei angeboten werden, oft nicht intensiv betreut werden. Einige Betreuung findet dann oftmals in Foren statt, wo sich die Teilnehmenden gegenseitig helfen. (Daneben bilden sie natürlich Lerngruppen in den sozialen Netzwerken). In einigen Kursen werden auch bewusst vom Veranstalter Peer-Review und -Feedback Prozesse eingesetzt, wo z.B. das pure Abfragen über Multiple-Choice Tests nicht möglich ist und es eine differenzierte Rückmeldung braucht.


Kritik an xMOOCs
Diese mangelnde Betreuung ist einer der Kritikpunkte an den xMOOCs, die z.B. Schulmeister auf seinem Vortrag auf der Campus Innovation aufführte.

  • Mangelnde Betreuung einzelner Teilnehmender
  • Sehr heterogene Zusammensetzung der Lernenden, auf die nicht eingegangen werden kann, das Fehlen differenzierter Teilnahme- oder Betreuungsangebote
  • sehr hohe Taktung der Kursteilnahme z.B. durch wöchentliche Aufgaben, keine Chance Aufgaben nachzuholen.
  • Teilnehmende betreuen sich als Peers gegenseitig, womit keine qualitativ gute Betreuung gesichert ist.
  • u.a. (s. dazu auch seinen Vortrag)

Die hohe Taktung der wöchentlich zu bearbeitenden Aufgaben gibt den Kursteilnehmenden oftmals wenig Raum für eine freie Zeiteinteilung, d.h. wer eine Wochenaufgabe nicht schafft, steigt oftmals aus dem Kursgeschehen aus – sicher einer der Gründe, die die in xMOOCs sehr hohe Abbruchquote erklärt. Und der Umstand, dass wenn sich die Teilnehmende gegenseitig als Peers betreuen, keine qualitativ gute Betreuung zugesichert werden kann.

Sicher ist, dass die xMOOCs das Ziel haben, Bildung hochgradig skalierbar zu machen, d.h. große Gruppen zu bedienen. Dies ist nicht mehr mit individualisiertem Betreuungsaufwand zu leisten, wie auch Atkisson (2011) die Kurseiten der Online Kurse von Stanford aus dem Jahr 2011 zitiert:

“Online students can submit questions to the instructor and staff, but these questions will go through an aggregation and rating process where only “top-rated” questions will be answered.”

Kritik der Kritik
Zugleich frage ich mich, ob bei kostenfreien Kursen mit so grossen Teilnehmerzahlen wie die der xMOOcs dies tatsächlich alles anders zu leisten ist, oder ob man diese nicht genau so als Angebotsform eben aufrechterhalten kann, um Personen Zugang zu diesen Bildungsangeboten zu verschaffen. Schulmeisters Kritik bezieht sich hierbei darauf, dass sie eben als Hochschulangebote vermarktet werden. Wenn dieses Label angepasst würde, dann steht der Angebotsform der xMOOCs eigentlich nichts im Wege im Rahmen der so oft geforderten Initiativen zum lebenslangen Lernen und die Ko-Existenz von Präsenzangeboten, cMOOCs und anderen Formaten gibt den Lernenden ja die Wahl, aus dem Spektrum der Angebote das für sie richtige zu suchen (s. dazu auch meinen Beitrag zur Campus Innovation Nachlese „Thoughts on MOOCs“). Vielleicht sollte es dazu noch mehr Angebote der Bildungsberatung geben, wie sie z.B. die Regionen, Kommunen z.B. über ihre Volkshochschulen schon vielfach anbieten, die Lernenden helfen, das für sie passende Format zu finden.

Fazit
Trotzdem sind die xMOOCs in Sachen Verbreitung und Anmeldezahlen zur Zeit sehr erfolgreich. Sie bieten einen kostenlosen Zugang zu Bildung, wobei natürlich viele sich auch aus Interesse und Neugierde anmelden werden, ohne den Kursabschluss verbindlich im Auge zu haben. Zudem sichert die Anmeldung auch erst mal Zugang auf das meist von sehr renommierten Elite-Universitäten wie Princeton, Harvard, MIT u.a. bereitgestellte Material.

Linktipp
Weitere Infos zu xMOOCs liefert Beitrag: „Was sind xMOOCs“ mit Links auf den Vortrag von Jörn Loviscach und Sebastian Wernicke, die beide bei Udacity Kurse geben, mit dem Titel: “Millions of Lessons Learned on Electronic Napkins. On the way to free(ing) education“.

Zur Kritik an den xMOOCs s. z.B. Vortrag von Prof. Schulmeister “Undercover in MOOCs” auf der CampusInnovation 2012

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6 Gedanken zu „xMOOCs

  1. Pingback: xMOOC allgemein und eigene Erfahrungen | Bildungscafe Blog

  2. Pingback: Sonderbare Bewegungen im Sturm | Birkenkrahes blog Sonderbare Bewegungen im Sturm | Coaching, Lehre, Forschung. Prof. Dr. Marcus Birkenkrahe – Berlin

  3. Pingback: MOOCs – It’s all about learning | BII Stories

  4. Pingback: Masterarbeit – das Format cMOOCs | Bildungscafe Blog

  5. Pingback: Was ist ein MOOC? | Soziale Medienbildung

  6. Pingback: Interview (Video) zum OER-Festival 2016 und Tipps für Bibliotheken – biboer

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