cMOOCs

Das c in den cMOOCs steht für Connectivism (dt. Konnektivismus) und damit für konnektivistisch orientierte MOOCs:

Lernziele und Struktur offen
In cMOOCs sind dabei oftmals die Lernziele weniger genau definiert, das Kursgeschehen setzt auf die aktive Beteiligung der Teilnehmenden, die sich in ihren eigenen sozialen Netzwerken, mit eigenen Blogs und in anderen Tools in das Kursgeschehen einbringen, das aber auch hier einem meisten nach Wochenabschnitten in Themenschwerpunkten strukturierten Curriculum folgt.

Rolle der Teilnehmeraktivität
Neben den Beiträgen der Veranstalter und Experten leben cMOOCs also vor allem von den Beiträgen der Teilnehmenden, so dass sich die teilnehmende Gruppe rezeptiv bis diskursiv neues Wissen erschließt. cMOOCs zeichnen sich daher durch eine dezentrale Infrastruktur aus. D.h. es existiert zwar die zentrale Webseite, ein Blog oder ein Wiki des Kursveranstalters, jedoch beteiligen die Teilnehmenden sich im Gegensatz zu herkömmlichen eLearning-Veranstaltungen, wo sie meist die Kursumgebung des Anbieters nutzen, in MOOCs auf ihren eigenen Webseiten, in ihren eigenen Blogs, durch Wikis-Einträge, Etherpad-Anwendungen oder hinterlassen Spuren in einem der sozialen Netzwerke.

Kennzeichen von cMOOCs
cMOOCs zeichnet also gerade das Explorative, das Unvorhersehbare, das durch die aktive Beteiligung der Lernenden entsteht aus, was ihn im konnektivistischen Sinne interessant macht (s. Exkurs Konnektivismus). Am Ende lernt der Veranstalter mit den Teilnehmenden und bereitet als do genannter „course facilitator“ eher den Raum für das gemeinsame Geschehen über einen bestimmten Zeitraum.

Einige Zitate von George Siemens (2012) machen die grundlegende Idee konnektivistischer MOOCs noch einmal deutlich:

     “MOOCs are platforms on which learners build and construct their learning. They exist to bring people together…and when you have a group of smart, motivated folks in one area, neat things will happen. The “bringing together” may be one of the most important aspects of a MOOC. “

“In designing courses, educators often make important decisions on behalf of learners. The educator forms a “boundary” around the knowledge that will be explored in a particular course. Finding your way through, and making sense of, a chaotic landscape is the learning experience. Traditional learning design tries to reduce complexity. We try to increase awareness of complexity. Duplicating what someone else has decided is important is still a type of learning, but not one that exists outside of classroom settings. Real world learning is messy and chaotic.”

“MOOCs offer a complex ecosystem in which you ‘can’ learn, not one where you ‘will learn.’ It doesn’t come with many guarantees.”

Herausforderung cMOOCs
Die Kunst liegt nun darin, diese dezentralen Spuren zu vernetzen und zum Teil einzusammeln, d.h. ggf. auch an einem Ort zu ‚aggregieren‘, zu verdichten, so dass sie gut auffindbar sind. Dies geschieht einerseits mit Hilfe eines so genannten Schlagwortes, eines Tags ‚Hashtag‘ (z.B. opco12 für Blogs und #opco12 für Twitter), der den Kurs kennzeichnet und den alle Teilnehmenden, die im Internet wie z.B. in Twitter oder ihrem eigenen Blog etwas zum Kurs veröffentlichen, verwenden. In vielen cMOOCs erfolgt das Aggregieren der dezentralen Beiträge auf der Kursseite des Veranstalters, der ebenfalls aus einem Blog bestehen kann. Die Teilnehmenden können auch Beiträge in Wikis, die zum Teil auch der Veranstalter bereitstellt, und durch die Nutzung von Tools wie Online-Zeitungen, YouTube, Flickr und andere Medien beisteuern.

Kritik an cMOOCs
Auch cMOOCs sind nicht bar jeder Kritik: Oftmals überfordert die Vielfalt an Tools, der Mangel eines gemeinsamen Ortes und die vielen parallelen Beiträge die Teilnehmende.

Was unterscheidet cMOOCs von Gruppen in Sozialen Netzwerken?
Man könnte jetzt auch fragen, welchen Unterschied cMOOCs eigentlich zu einem freien Surfen und sich Informieren im Netz haben:

  • Einerseits setzen sie durch die thematische Fokussierung und Taktung in Wochenthemen einen Kursrahmen.
  • Lernziele können durchaus angegeben werden, sind aber nicht so verbindlich definiert wie in xMOOCs, d.h. die Lernenden setzen stärker ihre eigenen Ziele und Schwerpunkte und haben ggf. auch Möglichkeiten unterschiedlicher Beteiligungsintensitäten (s. u. „Online Badges“).
  • Zudem wird durch die zeitliche Befristung des Kursgeschehens eine Fokussierung erzeugt und
  • es wird Betreuung vorgenommen und die Konsolidierung des Kursgeschehens an einem Ort vorgenommen z.B. durch Zusammenfassungen, Newsletter, Blog-Aggregatoren.

Diese Elemente und die quasi „zeitweise Vernetzung“, das „Treffen und Vernetzen im Internet über eine gewissen Zeitspanne zu einem Thema“, ist das, was den Unterschied eines cMOOCs zum freien Informieren im Netz ausmacht und einer Gruppen in einem sozialen Netzwerk.

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8 Gedanken zu „cMOOCs

  1. Pingback: MOOCs – nicht mehr aufzuhalten | Joachim's Blog

  2. Pingback: Web 2.0 Kurs – Edmodo Kurzvorstellung | Bildungscafe Blog

  3. Pingback: Gastbeitrag: Was passiert mit dem „c“, wenn der cMOOC vorbei ist? | olivertacke.de

  4. Pingback: Blogs in der Bildung: Einsatz von Blogs in MOOCs |

  5. Pingback: Wozu ich Twitter nutze – Einsatz von Twitter in MOOCs u.a. |

  6. Pingback: gute Übersicht zum cMOOC | kirstenwill

  7. Pingback: MOOCs – It’s all about learning | BII Stories

  8. Pingback: Was ist ein MOOC? | Soziale Medienbildung

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